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11.08.2026

Madrid: Luxussegment treibt Wachstum

Starke Zunahme von ausländischen Gästen

Madrid ist einer der spannendsten Hotelmärkte Europa. Es wächst nicht nur das Gästevolumen, sondern auch die Qualität der Nachfrage. Der anhaltende Boom bringt auch Probleme mit sich.

2025 verzeichnete Madrid laut dem Nationalen Institut für Statistik (INE) 11.2 Millionen Ankünfte und 23.8 Millionen Übernachtungen. Internationale Touristen generierten 66 Prozent der Logiernächte. Sie gaben insgesamt 17.9 Milliarden Euro aus – 11 Prozent mehr als im Vorjahr und 71 Prozent mehr als 2019.

Die Zimmerauslastung in der spanischen Hauptstadt erreichte 76.8 Prozent, der durchschnittliche Zimmerpreis lag bei 155 Euro und der Erlös pro verfügbares Zimmer (RevPAR) bei knapp 120 Euro, was einem Plus von 5.5 Prozent gegenüber Vorjahr entspricht.

Urbane Luxusdestination

Ein grosser Teil des Wachstums stammt aus dem gehobenen Segment. Madrid positioniert sich klar als urbane Luxusdestination. Innert fünf Jahren sind 850 Hotelzimmer im Premiumsegment hinzugekommen. Weitere Tophotels eröffneten dieses Jahr, so das «Nômade Temple», das «Mercer» und eine Dependance der Marke Nobu.

Als die führenden Häuser gelten das 1910 von César Ritz eröffnete «Mandarin Oriental Ritz», ein spektakulärer Belle-Époque-Palast nahe dem Prado-Museum, sowie das neuere, sieben historisch bedeutsame Gebäude umfassende «Four Seasons».

Der Flughafen Madrid-Barajas verzeichnete 68 Millionen Passagiere und ist das wichtigste Drehkreuz für Verbindungen mit Lateinamerika. Madrid hat eine hohe dichte an Unternehmen und Finanzinstituten. Der Mix aus Business-, MICE- und Leisure-Tourismus ist ausgewogen und macht die Branche besonders resilient.

Die Metropolregion zählt rund sieben Millionen, die Stadt ohne Vororte 3.5 Millionen Einwohner. Madrid ist seit Jahrhunderten der geographische, politische und kulturelle Mittelpunkt Spaniens. Hier residieren auch der König und ein Erzbischof.

Am Paseo del Prado befinden sich im sogenannten «Museumsdreieck» in kurzer Gehdistanz zahlreiche Museen, darunter der Prado, das Museo Reina Sofía und das Thyssen-Bornemisza-Museum. Das Gebiet wurde 2021 in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes aufgenommen.

Von traditionell bis avantgardistisch

Die Gastronomieszene der spanischen Hauptstadt verbindet alte Traditionen mit kulinarischer Avantgarde. Das «Sobrino de Botín» ist laut Guinness-Buch der Rekorde das älteste durchgehend geöffnete Restaurant der Welt (seit 1725). Berühmt ist es für sein im antiken Holzofen zubereitetes Spanferkel.

In den Tabernas der Altstadt stehen deftige Klassiker wie Cocido Madrileño, ein dreigängiger Kichererbseneintopf im Fokus. Beliebt sind auch Tintenfisch-Brötchen («Bocadillo de Calamares»).

Die Tapas-Kultur lässt sich am «Mercado de San Miguel» erleben, einer wunderschönen, historischen Eisen-Glas-Markthalle von 1916, unweit der Plaza Mayor. Sie hat sich zu einem lebendigen Treffpunkt für Foodies entwickelt. Das geschäftige Viertel La Latina eignet sich für Bar-Hopping, während Chueca und Malasaña für modernere Tapas-Kreationen bekannt sind.

Das kulinarische Aushängeschild ist «DiverXO». Chefkoch Dabiz Muñoz zelebriert hier eine wilde Drei-Sterne-Küche. Daneben prägen moderne Spitzenrestaurants wie «Coque» (Mario Sandoval) oder «Ramón Freixa Atelier» die innovative Gourmetszene der Stadt.

Kampf gegen Overtourism

2026 bleibt der Trend positiv. Internationale Touristen haben in den ersten sechs Monaten des Jahres über 10 Milliarden Euro in der Stadt ausgegeben (plus 11.4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Es wurden 5.66 Millionen Ankünfte (+4.1%) verzeichnet, die für knapp 12 Millionen Übernachtungen sorgten.

Ausländische Besucher verweilen im Schnitt 2.38 Nächte. Die wichtigsten Herkunftsmärkte sind die USA. Dahinter folgen mit beträchtlichem Abstand Italien und das Vereinigte Königreich. Am dynamischsten entwickelt sich die Nachfrage aus Brasilien (plus 30%).

Ende Juni 2026 zählte Madrid 920 Beherbergungsbetriebe mit über 96'000 Betten. Die Beschäftigung im Tourismussektor legte um gut 5% auf rund 286'000 Angestellte zu. Madrid bleibt für Investoren und Betreiber von Hotels attraktiv, zumal die Pipeline überschaubar bleibt: Aktuell befinden sich 16 Projekte mit insgesamt 2460 Zimmern im Bau oder in Planung.

Bei einer Auslastung im hohen 70-Prozent-Bereich wird das Wachstum in erster Linie von steigenden Zimmerpreisen getragen. Im Luxus- und oberen Upscale-Segment liegen die Durchschnittsraten gemäss Erhebungen von HVS bei 300 Euro. Midscale- und Economy-Hotels laufen mit Belegungen im niedrigen 80-Prozent-Bereich ebenfalls sehr gut.

Der enorme Erfolg bringt Kapazitätsgrenzen mit sich. So musste das weltberühmte Prado-Museum die maximale Gruppengrösse beschränken. Um den Wohnraum für Einheimische zu schützen und die Tourismusströme besser zu steuern, greift die Stadt regulierend ein und hat bereits tausende illegale touristische Apartments vom Markt genommen.

Blick vom Balkon eine Suite. Mandarin Oriental Ritz Madrid


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