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17.08.2026

Das Automobil und die Gaststätten

Begegnung, Erlebnisse und Lebensfreude

Chronisten berichten, dass es im späten 19. Jahrhundert vor dem Restaurant Lange Erlen regelmässig zu Kutschen-Stau gekommen sei. Man flanierte im Grünen und im Tierpark und kehrte anschliessend im Restaurant ein.

Heute sind die Kutschen längst verschwunden und deren Nachfolger, die Autos, stehen bald täglich im Stau. Dennoch verbinden Autos und Gaststätten auch heute noch einiges. Beide ermöglichen Begegnung, Erlebnisse und Lebensfreude. Das Auto bringt die Gäste – die Gaststätte bietet ihnen eine Pause, Genuss und Erholung.

Seit Jahrhunderten gehören Gaststätten zu jeder Reise. Wer unterwegs war, machte Halt, stärkte sich und setzte die Fahrt ausgeruht fort. Das ist gelebte Gastfreundschaft – und ganz nebenbei auch ein Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Das Automobil als Teil der Lösung

Diese Verbindung hat sich über Jahrzehnte bewährt. Doch sie verändert sich. In vielen Städten wird das Automobil heute zunehmend als Problem und nicht mehr als Teil der Lösung betrachtet. Fahrspuren werden reduziert, Parkplätze aufgehoben und die Erreichbarkeit von Innenstädten erschwert.

Natürlich braucht es attraktive öffentliche Verkehrsmittel und sichere Velowege. Eine moderne Verkehrspolitik sollte aber unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigen. Problematisch wird es, wenn das Auto pauschal zum Feindbild erklärt wird.

Gerade die Gastronomie spürt die Folgen solcher Entwicklungen oft unmittelbar. Nicht jeder Gast lebt in der Stadt, nicht jeder kann oder möchte mit dem Velo oder dem öffentlichen Verkehr anreisen. Familien mit Kindern, ältere Menschen oder Gäste aus dem Dreiland reisen häufig mit dem Auto an. Wenn der Besuch eines Restaurants durch fehlende Erreichbarkeit oder mangelnde Parkmöglichkeiten erschwert wird, überlegen sich viele Gäste zweimal, ob sie überhaupt noch kommen.

Sinnvolles Zusammenspiel

Eine Verkehrspolitik, die bewusst einzelne Verkehrsmittel ausschliesst oder unattraktiv macht, kann deshalb neben vielem anderen auch unbeabsichtigte wirtschaftliche Folgen haben.

Wer attraktive Innenstädte und eine vielfältige Gastronomie erhalten möchte, sollte deshalb nicht darüber nachdenken, wie man das Auto möglichst verdrängt, sondern wie alle Verkehrsmittel sinnvoll zusammenspielen können. Denn am Ende zählt nicht, ob ein Gast mit dem Auto, dem Tram, dem Velo oder zu Fuss kommt. Entscheidend ist, dass er überhaupt kommt – und gerne wiederkommt.

Daniel Seiler, Grossrat FDP
Geschäftsführer ACS beider Basel

Das Restaurant Lange Erlen gehört schon lange zu den beliebten Ausflugszielen der Basler.


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