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19.08.2026
Warum wir endlich mehr klimatisieren sollten
Vernünftige Lösungen für mehr Lebensqualität
Singapur ist eine Erfolgsgeschichte: Aus einem tropischen Nest hat der langjährige Präsident Lee Kuan Yew eine moderne Metropole gemacht. Eine wichtige Voraussetzung dafür war etwas, das in Europa noch immer mit erstaunlichem Misstrauen betrachtet wird: die Klimaanlage.
Während in weiten Teilen Asiens und Amerikas klimatisierte Räume selbstverständlich sind, wird bei uns trotz zunehmender Hitze darüber diskutiert, ob man überhaupt kühlen darf. In verschiedenen Kantonen und Städten sind die Hürden für den Einbau von Klimaanlagen enorm hoch, und man verzichtet sogar in Altersheimen darauf. Menschen leiden und sterben, weil die Ideologie vorgeht.
Dabei käme niemand auf die Idee, im Winter auf Heizungen zu verzichten. Wir akzeptieren selbstverständlich, dass Gebäude beheizt werden, damit Menschen darin arbeiten, wohnen und leben können. Warum sollte das im Sommer grundsätzlich anders sein?
Passende Verwendung für überschüssigen Solarstrom
Wenn es draussen 35 Grad heiss ist, braucht es in den wichtigsten Räumen eben auch eine funktionierende Kühlung. Moderne Klimaanlagen sind wesentlich effizienter als frühere Modelle. Und an heissen Sommertagen produzieren wir so viel Solarstrom, dass unsere Elektrizitätswerke ihn zu negativen Preisen loswerden müssen. Was liegt näher, als einen Teil dieser Energie dafür zu verwenden, Gebäude auf ein erträgliches Niveau zu kühlen?
Natürlich gehören auch eine gute Isolation, die Beschattung, Aussenstoren, eine natürliche Lüftung und begrünte Flächen zu einer sinnvollen Strategie gegen die Hitze, doch all diese Massnahmen schliessen die Klimatisierung nicht aus: Wer Gebäude gut plant, kann sie mit vergleichsweise wenig Energie kühlen!
Heutige Bestimmungen sind eine Zumutung
Die Folgen der heutigen Zurückhaltung sind längst sichtbar. Hotelgäste reisen ab, weil sie es in warmen Zimmern nicht aushalten. Restaurants und Läden bleiben an heissen Tagen oft leer.
Eine Zumutung sind die fehlenden Klimatisierungen auch für die Beschäftigten, vor allem in den Küchen. In der Schweiz erfüllen wir höchste Standards der Arbeitssicherheit, doch unsere Mitarbeiter sollen bei 40 Grad am Herd stehen. Ein bekannter Basler Hotelier schickt seine Leute zwischendurch zum Schwimmen in den Rhein. Das kann doch nicht die Lösung sein.
Hört endlich auf, Klimaanlagen reflexartig als Symbol einer verschwenderischen Lebensweise zu betrachten! Es geht nicht darum, jedes Gebäude auf Kühlschranktemperatur zu bringen. Es geht um Vernunft, Gesundheit und Lebensqualität.
Statt immer neue Hürden aufzubauen, sollte die Politik moderne Kühltechnik und vernünftige Lösungen ermöglichen. Wir werden die Welt nicht retten, indem wir in überhitzten Räumen schmoren. Wir können aber sehr wohl dafür sorgen, dass Menschen die heissen Sommer gesund und erträglich überstehen. Dazu braucht es weniger Ideologie – und mehr kühlen Kopf!
Maurus Ebneter
Präsident Wirteverband Basel-Stadt
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Schwitzende Köche: Die Hürden für den Einbau von Klimaanlagen sind eine Zumutung. ChatGPT / KI
Dossiers: Bürokratie | Energie | Nachhaltigkeit
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