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21.08.2026
Von Räuchertofu bis Barbecue-Sauce
EU verschärft Regeln für Raucharomen
Barbecue-Chips, Räuchertofu, Grillsaucen oder Texas-Eintopf – Raucharomen verleihen vielen Lebensmitteln eine typische Note. Doch seit dem 1. Juli 2026 dürfen die bislang zugelassenen Primärprodukte für die Herstellung von Raucharomen bei den meisten Lebensmitteln nicht mehr verwendet werden.
Primärprodukte sind komplexe Substanzgemische, die durch kontrolliertes Verbrennen von Holz entstehen. Aus ihnen werden Raucharomen hergestellt. Diese werden bei einer Vielzahl an Lebensmitteln als Alternative zum traditionellen Räuchern eingesetzt, etwa bei Fleisch, Fisch und Käse, aber auch pflanzlichen Ersatzprodukten, Fertiggerichten wie Suppen, Saucen und Eintöpfen, Gewürzmischungen, Getränken, Chips, Speiseeis und Süßwaren. Sie werden direkt ins Produkt eingearbeitet oder aufgesprüht.
Einige der in Primärprodukten enthaltenen Stoffe können genotoxisch sein. Das bedeutet, sie können das Erbgut schädigen und dadurch unter anderem zur Entstehung von Krebs beitragen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte bereits im November 2023 die Sicherheit von Primärprodukten für die Herstellung von Raucharomen neu bewertet.
Nach den Ergebnissen der Sicherheitsbewertung wurden bei sechs Primärprodukten genotoxische Stoffe identifiziert, während bei zwei weiteren aufgrund fehlender Daten Sicherheitsbedenken nicht ausgeschlossen werden konnten.
Da mögliche genotoxische Risiken nicht ausgeschlossen werden konnten, wurden die Zulassungen dieser Produkte 2024 nicht verlängert. Übergangsfristen sollen es Herstellern aber ermöglichen, ihre Rezepturen und Herstellungsverfahren umzustellen.
Mit dem Auslaufen der ersten Übergangsfrist im Juli 2026 dürfen die betroffenen Raucharoma-Primärprodukte für die meisten Lebensmittel nicht mehr verwendet werden. Für Fleisch, Käse sowie Fisch und Fischereiprodukte einschliesslich Krebs- und Weichtieren gibt es dagegen eine Übergangsfrist bis zum 1. Juli 2029. Auf der Zutatenliste ist zu erkennen, ob Raucharomen verwendet wurden.
Bei traditionell geräucherten Produkten wie Räucherfisch oder -schinken können ebenfalls gesundheitlich bedenkliche Stoffe entstehen, gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu bedenken. Generell gilt: Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist der beste Weg, um die Aufnahme potenziell schädlicher Stoffe möglichst gering zu halten.
Heike Kreutz / bzfe
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Dossiers: Hygiene und Deklaration | Nahrungsmittel
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